Audience Flow

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Zentrale Aufgabe des Programm-Managements bei einem Fernseh- oder Radiosender ist den Audience Flow sicherzustellen. Das heißt: Den Zuschauerfluss zwischen einer oder der darauf folgenden Sendung. Die Programmsteuerungsinstrumente, die wir in den Seminaren betrachten, dienen dazu, diesen Fluss herzustellen.

„Audience Flow“ können Sie also als Ziel oder Oberbegriff verstehen. Die Instrumente dienen nur dazu, um eben diesen Fluss zu erreichen. Ein Beispiel: „Blocking“. Blockt ein Sender mehrere Krimisendungen hintereinander, hofft er, dass die Zuschauer dran bleiben. Die Grundannahme dahinter: Wer sich für Krimi A interessiert, könnte sich auch für Krimi B interessieren. Wir sehen das bei Krimi-Abenden in Sat.1 oder bei Vox. Vergleichbar sind auch Aktionen wie der „Mad Monday“ mit Comedy bei Pro Sieben.

Ein Beispiel für schlechten Audience Flow:

20.15 Uhr Politik-Magazin

21.15 Uhr Two and a half Men

22.15 Uhr Volksmusik

Die Sendungen sprechen unterschiedliche Zielgruppen an. Von Alter, Geschlecht und Bildung. Das heißt: Wer das Polit-Magazin um 20.15 Uhr mit Interesse geschaut hat, wird sich aller Wahrscheinlichkeit nicht für Two and a half Men interessieren. Dasselbe gilt für die nachfolgende Volksmusik-Sendung, die ein völlig anderes Publikum im Auge hat als Two and a half Men.

Um die Zuschauerwanderung nach einer Sendung zu verhindern, senden die Programme vorher beispielsweise Trailer/Teaser, die auf das nachfolgende Format in hinweisen. Ein gutes Beispiel ist auch der Talk von Günter Jauch in seiner ARD-Talkshow mit dem Moderator der Tagesthemen über die Themen der heutigen Sendung. Die Menschen sollen neugierig auf die Tagesthemen gemacht werden, damit sie nicht nach der Jauch-Sendung umschalten.

Ein weiteres Beispiel: Das RTL-Magazin Extra nimmt häufig die Themen der Vorgängersendung auf. Hat Schuldnerberater Zwegat einen Klienten, der durch Handygebühren in die Schuldenfalle getappt ist, geht es bei Extra danach um Jugendliche, die Probleme haben, ihre Handy-Rechnung zu bezahlen. Oder hat Rach einen Restaurantbesitzer beraten, nimmt Extra auch dieses Thema auf.

Ziel des Audience Flow ist es, die Zuschauer möglichst lange im eigenen Programm zu halten und zu verhindern, dass sie umschalten. Die Sender bekommen von der GfK Tabellen mit den Einschaltquoten, daran lässt sich in Minutenschritten ablesen, wann Zuschauer das Programm gewechselt haben. Anhand dieser Tabellen lassen sich Instrumente für einen besseren Zuschauerfluss entwickeln. Schalten nach einer Sendung massenhaft Menschen ab, scheinen die beiden Sendungen nicht zueinander zu passen. Der Audience Flow funktioniert also nicht.

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